Chronik

In den Nachkriegsjahren hatten die Gemeinden in unserer Gegend immer wieder mit Wassermangel und teilweise auch mit verunreinigtem Wasser zu kämpfen. In einigen Orten musste besonders in den heißen Sommermonaten das Trinkwasser mit Fahrzeugen aus anderen Gemeinden geholt werden. Daher entschlossen sich im August 1960 die Gemeinden Bammental, Gauangelloch, Gaiberg, Waldhilsbach und Wiesenbach einen Zweckverband zu gründen, der die Aufgabe hat, die Wassergewinnung, die -bevorratung und die -verteilung zu übernehmen.

In der früheren Satzung war angestrebt, dass der Verband auch die Ortsnetze übernimmt. So hat beispielsweise Bürgermeister Hauck, Waldhilsbach, bei der Verbandsversammlung am 16.2.1961 die Vertreter aller Gemeinden aufgefordert, ihre „bisherigen Rohrnetze zu überprüfen und evtl. Schäden innerhalb der 3 nächsten Jahre zu beheben, damit die Rohrleitungen bis dahin (Übernahme in das Eigentum des Zweckverbandes) sich in einem ordentlichen Zustand befinden und nicht die Kosten für Schäden gleich dem Zweckverband zufallen und von diesem getragen werden müssen“. Die Ortsnetze stehen allerdings bis heute in der Zuständigkeit und Verantwortung der einzelnen Gemeinden.

Zum 30.6.1998 trat Gauangelloch, das im Rahmen der Gemeindereform nach Leimen eingemeindet wurde, aus dem Zweckverband aus. Die Gemeinde Mauer hatte bereits mit Schreiben vom 22.1.1981 beantragt, in den Zweckverband aufgenommen zu werden. Da damals jedoch der Hochbehälter und Leitungsbau aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden konnte, wurde die Aufnahme erst zum 1.7.1998 vollzogen.

Nach der Eingemeindung der Gemeinde Waldhilsbach nach Neckargemünd war diese bis zum 31.12.2002 Mitglied des Zweckverbandes. Durch die Bildung einer GmbH, an der die Stadtwerke Heidelberg mit 74,9 % beteiligt sind, ist seit dem 1.1.2003 die „Stadtwerke Neckargemünd GmbH“ Mitglied des Zweckverbandes.

Somit besteht der Zweckverband ab 2003 aus folgenden Mitgliedern, die wiederum die aufgeführten Gemeinden bzw. Gemeindeteile versorgen (jeweils ohne Anwesen mit Eigenversorgungen):

Mitglied und Versorgungsgebiet

  • Gemeinde Bammental
    (Die Kriegsmühle und die Kreisjungviehweide werden von Neckargemünd aus, die Anwesen in der Wiesenbacher Landstraße am Ortseingang von Wiesenbach werden von der Gemeinde Wiesenbach versorgt.)
  • Gemeinde Gaiberg
  • Gemeinde Mauer
  • Gemeinde Wiesenbach
    (Der Ortsteil Langenzell hatte früher eine eigene Wasserversorgung; seit 18.5.2009 ist auch dieser Ortsteil angeschlossen)
  • Stadtwerke Neckargemünd GmbH für den Stadtteil Waldhilsbach

Die Leiter des Verbandes:

  • 1960 – 1975 – Bürgermeister Erich Renz, Bammental
  • 1975 – 1977 – Ortsvorsteher August Hauck, Neckargemünd-Waldhilsbach als stellvertretender Vorsitzender
  • 1977 – 1994 – Bürgermeister Herbert Echner, Bammental
  • 1994 – 1994 – Bürgermeister Josef Klehr, Gaiberg als 1. stellvertretender Vorsitzender
  • 1994 – 1995 – Bürgermeister Friedbert Kaiser Wiesenbach als 2. stellvertretender Vorsitzender
  • 1995 – 2003 – Bürgermeister Friedbert Kaiser
  • 2003 – heute – Bürgermeister Klaus Gärtner

Bereits im Jahre 1961 hat die Schlossverwaltung Langenzell den Antrag gestellt, das Hofgut Langenzell mit Wasser des Zweckverbandes zu versorgen. Der Wiesenbacher Bürgermeister Echner berichtete in der Sitzung am 7.12.1961 über die bisherigen Wasserversorgungsverhältnisse in diesem Ortsteil, worauf die Verbandsversammlung gegen die Versorgung des Ortsteils keine Einwendungen erhob. Die Abgabe von Wasser an den Ortsteil Langenzell sei allerdings „Sache der Gemeinde Wiesenbach“. Im Zuge der Neuordnung der Zonenaufteilung in Wiesenbach wurde im Jahr 2002 auch überprüft, ob der Verband diesen Ortsteil versorgen könnte. Als Ergebnis ist festzustellen, dass Langenzell vom Verband mit Trinkwasser, nicht jedoch mit Löschwasser in ausreichender Menge versorgt werden kann. Nachdem die Gemeinde Wiesenbach eine Anschlussleitung verlegt hat, wird seit dem 18.5.2009 auch dieser Ortsteil mit Trinkwasser versorgt.

Während der Gründungszeit des Verbandes trat das Wasserwirtschaftsamt Heidelberg als Auftraggeber für die Aufschluss- und Versuchsbohrungen zur Grundwassergewinnung im Krähberggebiet auf. Am 5.7.1961 wurde mit den Bohrungen begonnen. Insgesamt wurden zuerst nur 4 Aufschluss- und 4 Versuchsbohrungen niedergebracht. In allen Bohrungen stieß man auf Wasser. Trotzdem ging man damals davon aus, dass der Wasserbedarf einschließlich dem der Gemeinde Mauer, die ihr Trinkwasser ebenfalls aus dem Bereich des Krähberges erschloss, nicht ganz gedeckt werden könnte. Daher wurde bereits zu dieser Zeit die Möglichkeit erörtert, die fehlenden l/s (Liter/Sekunde) von der Hardtgruppe zu beziehen.

Am 5.12.1963 wurde der Bauingenieur und Regierungsbaurat a.D. Emil Rösch, Wolfartsweier, der bereits die Aufschluss- und Versuchsbohrungen im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes betreute, vom Zweckverband mit den Ingenieurleistungen beauftragt und mit Datum vom 9.12.1963 ein entsprechender Vertrag abgeschlossen. Dieses Ingenieurbüro war fast genau 40 Jahre für den Verband tätig.

Im Jahr 1964 wurde der Brunnen I (Wiesenbach) fertiggestellt. Parallel dazu wurden weitere Versuchsbohrungen niedergebracht, bei denen man ebenfalls auf Wasser stieß. Die Versuchsbohrung 5 wurde 1965 zum Brunnen II (Bammental) ausgebaut. Anfang 1964 wurde auch mit dem Bau der ersten Verbandsleitungen begonnen.

1965 starteten die Planungen und der Bau der ersten Hochbehälter (Niederzonenhochbehälter in Bammental, Gaiberg und Wiesenbach). Bis Ende der 70er Jahre wurden noch weitere Behälter gebaut. Der letzte Hochbehälter im Rahmen des Grundausbaus wurde in Gauangelloch erstellt.

Früher wurden auch die beiden Gänsgartenquellen in Bammental als Trinkwasser benutzt. Immer wieder gab es jedoch bakteriologische Verunreinigungen. Daher wurden Untersuchungen über die Herkunft des Wassers angestellt, worauf die untere Quelle Mitte der 90er Jahre aus der Wasserversorgung herausgenommen wurde. Die obere Quelle wurde bis Ende 2002 noch für die Trinkwasserversorgung genutzt. Nachdem der Anschluss an die Bodensee-Wasserversorgung hergestellt und der Hochbehälter Krähberg in Betrieb war, konnte die Gänsgartenquelle stillgelegt werden.

Bereits 1961 hatte man erkannt, dass das Eigenwasser des Verbandes für die Versorgung der Bevölkerung nicht ausreicht. Deshalb wurde eine Verbindung zum Versorgungsnetz des Zweckverbandes „Hardtgruppe“, Leimen, gebaut. Weiter wurde bereits 1975 beim Landratsamt ein Antrag auf Zuteilung von Wasserbezugsrechten an der Fernwasserversorgung Rheintal gestellt, der 1978 genehmigt wurde. 1980 wurden die Bezugsrechte erhöht. Die Fernwasserversorgung Rheintal wurde später vom Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung übernommen, so dass heute der Zweckverband Gruppenwasserversorgung „Unteres Elsenztal“ Mitglied des Zweckverbandes Bodensee-Wasserversorgung ist und von diesem die Hälfte seines Trinkwassers bezieht.

Im Zusammenhang mit dem Anschluss an die Bodensee-Wasserversorgung wurden im Hochbehälter Krähberg und in der Schaltwarte Energierückgewinnungsanlagen eingebaut. Der hohe Zulaufdruck des Bodenseewassers wird zur Erzeugung von elektrischem Strom in einer Turbine genutzt.

Eine weitere Turbine wurde in der Schaltwarte eingebaut, da dort ebenfalls Druck „vernichtet“ werden muss, damit in den Niederzonen Bammental und Wiesenbach keine unzulässig hohen Drücke entstehen. Die beiden Anlagen wurden 2003 in Betrieb genommen. Nachdem sich diese Anlagen inzwischen amortisiert haben, spart der Verband jedes Jahr Stromkosten im 5-stelligen Bereich. Diese Maßnahme zeigt, dass man durchaus etwas für die Umwelt tun und trotzdem Geld sparen kann.

Mit dem Abschluss der in den Jahren 1999 bis 2003 durchgeführten Baumaßnahmen wurden wichtige Ziele erreicht:

  • Im gesamten Verbandsgebiet erhalten die Einwohner das gleiche Trinkwasser mit gleichbleibender Wasserqualität.
  • Die Versorgung der Einwohner der Verbandsgemeinden mit Trinkwasser ist sichergestellt. Neben dem Mischwasser aus Eigen- und dem Bodenseewasser, das zur Verteilung kommt, könnte der Verband im Notfall auch Wasser von der Hardtgruppe beziehen.
  • Alle drei Tiefbrunnen wurden saniert, so dass in den nächsten Jahrzehnten keine Gefahr besteht, dass sie aus statischen Gründen unbrauchbar werden.
  • Die Schalteinrichtungen wurden sowohl in der zentralen Schaltwarte wie auch in allen Hochbehältern und Brunnen erneuert und optimiert.

2007 wurde eine zweite Versorgungsleitung zur Hochzone I Bammental sowie ein Übergabebauwerk (unterhalb des Bammentaler Hochhauses) gebaut. Gleichzeitig hat die Gemeinde Bammental von dem Übergabebauwerk bis zur Niederzone eine Verbindungsleitung verlegt. Dadurch ist es bei Ausfall der Leitung I zwischen der Schaltwarte und Bammental möglich, die Gemeinden Bammental, Gaiberg und Waldhilsbach über diese zweite Leitung zu versorgen.

Die Gemeinde Bammental hat im Jahr 2008 das Wochenendhausgebiet, das an der Gemarkungsgrenze zu Waldhilsbach liegt, erschlossen. In diesem Zusammenhang hat der Verband die Versorgungssicherheit zur Hochzone II Bammental – auch für Löschwasser – sichergestellt und gleichzeitig eine zu gering ausgelegte Verbandsleitung auf einer Länge von 120 m mit einer größeren Dimension neu verlegt.

Für die Mitgliedsgemeinden hat der Verband die Kosten für Rohrnetzberechnungen übernommen. Für eine Gemeinde steht dies noch aus.

Im Winter 2010/2011 gab es auf der Verbindungsleitung zwischen Bammental und Gaiberg zwei größere Rohrbrüche. Da die Leitung schon 1969 verlegt wurde, hat man sich in der Verbandsversammlung entschieden, sowohl die Verbindungsleitung Bammental – Gaiberg wie auch die parallel verlaufende Leitung zwischen dem Nieder- und dem Hochzonenbehälter Bammental zu erneuern. Selbstverständlich werden dabei auch die verbandseigenen Steuer- und Stromkabel erneuert. Mit diesen Arbeiten wurde im Juli 2012 begonnen.

Als zukünftige Maßnahmen sind noch erforderlich:

  • Austausch der Stahlleitung von Gaiberg nach Waldhilsbach (alternativ muss eine neue Trasse untersucht werden)
  • Altersbedingter Austausch von Verbandsleitungen (die Verbandsleitungen wurden größtenteils zwischen 1967 und 1976 gebaut)
  • Sanierung von Hochbehältern
  • Überprüfung der Versorgungssicherheit nach Fortschreibung der Flächennutzungspläne bzw. des Regionalplans

Der Verband verfügt derzeit über zwei hauptamtlich Beschäftigte, wobei die Stadtwerke Neckargemünd GmbH seit 2006 zu Urlaubs- und Krankheitsvertretung sowie zu teilweisen Übernahme der Rufbereitschaft Personal abstellen